Nachruf zum Tode von Helmut Schmidt

Wir trauern um unseren Altkanzler Helmut Schmidt

Der SPD Unterbezirk Kassel Land mit 4800 Genossinnen und Genossen trauert um Altkanzler Helmut Schmidt, der am Montag im Alter von 96 Jahren in Hamburg verstorben ist.

„Mit Helmut Schmidt verlieren wir einen der letzten großen Staatsmänner und einen überzeugten Sozialdemokraten, der die Bundesrepublik nach dem Krieg mit aufgebaut und in verschiedenen Funktionen stark geprägt hat“, so SPD-Unterbezirksvorsitzender Timon Gremmels in seinem Nachruf. „Er war ein weit über die Parteigrenzen hinweg anerkannter Politiker, dessen Tod die Menschen berührt.“

Vor allem als Bundeskanzler hat Helmut Schmidt unser Land in einer schwierigen Zeit besonnen und mit Weitsicht regiert. Er hat die erste Ölkrise gemeistert und in der Auseinandersetzung mit den Terroristen der RAF Staatsräson zur Maxime seines Handels gemacht. „Sich als Kanzler nicht von Terroristen erpressen zu lassen, wohlwissend, dass er damit das Leben der RAF-Geisel – dem damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hans-Martin Schleyer – gefährdet, nötigt mir bis heute Respekt ab.“

Gremmels erinnert daran, dass die Sozialdemokraten mit ihm während seiner Kanzlerschaft auch gehadert haben. Der „NATO-Doppelbeschluss“ Anfang der 80er Jahre hat zu vielen Parteiaustritten geführt. Heute wissen wir, dass er eine wesentliche Voraussetzung für die späteren Abrüstungsverhandlungen mit dem Warschauer-Pakt und dem Ende des Kalten Kriegs war.

Auch in seinen über 30 Jahren als Altkanzler und Herausgeber der „Zeit“ hat Helmut Schmidt mit klugen Kommentaren und Reden insbesondere die außenpolitische Debatte bereichert. Sein Tod hinterlässt eine tiefe Lücke in der deutschen Sozialdemokratie.

Ein Kondolenzbuch liegt im Wilhelm-Pfannkuch-Haus, der nordhessischen SPD-Zentrale, Humboldtstraße 8 A in Kassel aus.