Timon Gremmels (SPD): Erneuerbare Energien knacken bundesweit 20% -Anteil – Hessen weiter Schlusslicht?

Die vom Bundesverband Energie und Wasserwirtschaft veröffentlichte Zahl zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien hat der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Timon Gremmels als Aufforderung an die Landesregierung bezeichnet, die Energiewende aktiv zu unterstützen
„Mit dem Sprung über die 20-Prozent- Marke des Anteils erneuerbarer Energien am bundesdeutschen Strommix ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zu einer vollständigen Energieversorgung aus grünem Strom erreicht worden", sagte Gremmels am Dienstag in Wiesbaden. Demnach konnten die Erneuerbaren ihren Anteil von 18,3 Prozent(2010) auf 20,8 Prozent(1.HJ 2011) steigern. Gremmels befürchtet allerdings, dass die Zahlen – heruntergebrochen auf Hessen – nicht so rosig aussehen. Hessen war Ende 2010 Schlusslicht unter den bundesdeutschen Flächenländern in Sachen erneuerbare Energien mit einem Anteil von gerade sieben Prozent. Seitdem ist in Hessen nicht viel passiert.
Besonders erfreut zeigte sich der SPD-Politiker darüber, dass die Photovoltaik mit einem Anteil von 3,5 Prozent% erstmals die Wasserkraft (3,2 Prozent) überrundet hat. „Die Photovoltaik nimmt einen immer größeren Stellenwert unter den Erneuerbaren ein und hat noch große Potentiale. So sind bundesweit nur rund 10 Prozent der geeigneten Dächer mit PV bestückt", so Gremmels. „Schlimm ist, dass die Photovoltaik von Verfechtern der zentralen Energieversorgung schlecht geredet wird. Zuletzt hat Energiekommissar Günther Oettinger auf dem Energiekongress der hessischen CDU am vergangenen Wochenende gegen diese dezentrale Form der Energieerzeugung gewettert, die aus jedem Hausbesitzer einen Stromproduzenten machen kann.
Das zentrale Argument der Gegner, die EEG-Umlage würde nicht akzeptiert, greift nicht. So habe eine aktuelle Studie von Infratest ergeben, dass mehr als drei Viertel (79,4 Prozent) der Befragten die derzeitige Umlage von 3,5 Cent pro kWh für „angemessen" oder sogar für „zu niedrig" halten. Nur 15 Prozent schätzen sie als „zu hoch“ ein. „Ein mehr als deutlicher Beleg dafür, dass die Energiewende von den Bürgerinnen und Bürgern getragen wird", sagte Gremmels.

„Sowohl der aktuelle Strommix als auch die Umfrage von Infratest sind wichtige Hinweise für den Hessischen Energiegipfel und ein deutlicher Appell an die Landesregierung, mehr für eine echte Energiewende zu tun", so die Schlussfolgerung des SPD-Abgeordneten.