Gremmels (SPD): „Durchschaubare Salami-Taktik von EON-Netz“

Erstaunt zeigt sich der Niestetaler SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels, darüber, dass das Regierungspräsidium die Frage nach der Notwendigkeit eines Planfesstellungsverfahrens für die 110 KV-Leitung von Bergshausen nach Niestetal verneint, da EON-Netz keine Erhöhung der Übertragungsleistung beabsichtige (HNA vom 19.02.).

"Ich wundere mich schon sehr über den scheinbaren Sinneswandel von EON-Netz", so Gremmels. EON Sprecherin Michaela Fiedler hatte noch in der HNA vom 28.02. erklärt: "Wir nehmen eine Leistungserhöhung vor". Künftig solle Strom in einer Stärke von 100 bis 500 Ampere durch die 110.000 Volt-Leitung geschickt werden, bisher habe die Badbreite darunter gelegen."

Auch der Geschäftsführer der EON-Netz, Dietrich Max Fey, teilte dem Abgeordneten in einem Brief vom 2. Februar 2011 mit: "Durch die höhere Belastung unserer Leitungen, dehnen sich diese etwas stärker aus, die Masterhöhungen stellen somit sicher, dass der vorgeschriebene Bodenabstand weiterhin eingehalten wird. […] Bei den anderen Masten ist der nötige Bodenabstand auch bei höherem Stromfluss sichergestellt."

"Aus diesen Aussagen geht deutlich hervor, dass eine Leistungserhöhung geplant war. Wenn EON-Netz jetzt vorerst von einer Erhöhung der Leistung Abstand nimmt, um die Baumaßnahmen zu beenden zu können und damit Fakten zu schaffen, sich aber vorbehält zu einem späteren Zeitpunkt deine Leistungserhöhung vorzunehmen, dann ist das klassische Salami-Taktik", kritisiert der Landtagsabgeordnete.

"Ich erwarte von EON-Netz, dass sie vor einer Leistungserhöhung die Bevölkerung der betroffenen Gemeinden selbst und unmittelbar informiert. Vom Regierungspräsidium erwarte ich, dass die Stromleistung der 110 KV-Leitung regelmäßig von unabhängiger Stelle überprüft wird. Diese Erwartungshaltung hat der Gremmels in einen Brief an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke zum Ausdruck gebracht.