„Ausbildungsverbünde erhalten!“

Von links: Uwe Kemper, Geschäftsführer der Arbeitsförderung Landkreis Kassel, Günter Rudolph, Detlef Hesse, geschäftsführenden Vorstand der Bundesagentur Kassel, Brigitte Hofmeyer, Wolfgang Decker sowie Timon Gremmels.

Kassel. „Wir wollen nicht, dass immer mehr Jugendliche ohne Lehrstelle in irgendwelche Warteschleifen abgedrängt werden – ohne Chance auf eine berufliche Erstausbildung“. Dies erklärte die Sprecherin der nordhessischen SPD-Landtagsabgeordnete, Brigitte Hofmeyer (Hofgeismar), nach einem Gespräch mit dem geschäftsführenden Vorstand der Bundesagentur Kassel, Detlef Hesse. Er hatte vorab vor den SPD-Landtagsabgeordneten der Nordhessenrunde deutlich gemacht, dass die Folgen des demografischen Wandels schon sehr viel früher zu spüren sein würden. „Deshalb können wir es uns nicht leisten, auf junge Arbeitskräfte aus der Region zu verzichten“, erklärte auch Uwe Kemper, Geschäftsführer der Arbeitsförderung Landkreis Kassel. Für die Sozialdemokraten war dies Grund, ihre Forderung nach Erhalt der bewährten Ausbildungsverbünde zu bekräftigen. „Sie sind sowohl für die Auszubildenden als auch für die gemeinsam ausbildenden Betriebe ein Gewinn. Junge Menschen bekommen eine Lehrstelle, und kleinere Betriebe lernen mögliche Nachwuchsarbeitskräfte im Arbeitsalltag kennen“, brachte es Brigitte Hofmeyer auf den Punkt und kündigte an, dass sich die SPD-Landtagsfraktion mit aller Kraft für den Erhalt der Ausbildungsverbünde einsetzen werde.
Die Zahl der ungelernten jungen Menschen müsse deutlich reduziert werden, weil ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt noch weiter sinken werden, ergänzte auch der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Decker (Kassel). Besorgniserregend sei die Tatsache, dass in Kassel jeder vierte Beschäftigte zwischen 20 und 30 Jahren keine Berufsausbildung habe. Im Landkreis Kassel sei es jeder fünfte. Erschreckend sei auch die Zahl von 14 Prozent „ungelernter“ Jugendlicher. Zwischen den 20 bis 30-Jährigen mache dies ganze 26 Prozent aus, erläuterte Decker. „Wir können uns nicht leisten, Jugendliche auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft allein zu lassen“, betonte Brigitte Hofmeyer. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und den zu erwartenden Fachkräftemangel müssten Schülerinnen und Schüler so gefördert werden, dass jeder einen Abschluss erreichen könne. Weil die Wirtschaft in Nordhessen auf gute Bildung und gute Ausbildung angewiesen sei, müssten entsprechende Bedingungen, wie die Erstattung von Schülerbeförderungskosten, gewährleistet sein, erklärten die nordhessischen Landtagsabgeordneten der SPD.
Hofmeyer wies darauf hin, dass die Qualifizierung für eine Berufsausbildung oberste Priorität besitze: „Junge Menschen haben ein Recht auf Ausbildung“, sagte sie, „und darum müssen Mittel zur Qualifizierung bereitgestellt werden.“