Gottschalck und Gremmels fordern transparente und seriöse Planung

„Wir erwarten, dass Transpower auch in Hessen Erdverkabelung für die geplante 380 KV-Trasse Wahle-Mecklar umsetzt“, so die die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck und der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (beide Niestetal) in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Bei einem ersten Treffen mit Transpower Anfang des Jahres haben die beiden SPD-Politiker ihre Forderung gegenüber dem Unternehmen bereits deutlich gemacht.
Nachdem Transpower von TenneT übernommen wurde, steht jetzt zu 100 % der holländische Staat hinter dem Übertragungsnetzbetreiber. „Wir gehen davon aus, dass sich ein Staatsunternehmen besonders sensibel in öffentlich-rechtliche Verfahren einbringt und auf die Bevölkerung Rücksicht nimmt“. Allerdings seien die niedersächsischen Meldungen zum Verfahren nicht unbedingt aufbauend. Denn Transpower belaste dort die Verfahren, mit einer sehr einseitigen Auslegung des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG).
Beim Thema Erdverkabelung gehe es aber wesentlich um das Thema Verfahrensbeschleunigung durch Akzeptanzverbesserung. Dabei spiele auch der Grundsatz der Gleichbehandlung eine Rolle. Es dürfe nicht dazu kommen, dass teure Pilotstrecken der ersten Bauabschnitte, spätere in Nordhessen verhinderten. „Schutz vor Elektrosmog, Vogelschutz und Landschaftsbild seien die einzigen Kriterien, die zählen.“ Im Hinblick auf die immer wieder vorgebrachten Kostenargumente verweist Gottschalck auf eine Hochrechnung der niedersächsischen Staatskanzlei. 1000 km Leitungen mit einem Verkabelungsgrad von 30% und 4-fachen Mehrkosten verursachen zusätzliche Investitionskosten von 900 Mio. Euro. Diese können nach der Stromnetzentgeltverordnung über 40 Jahre abgeschrieben werden. Auf den gesamten Stromverbrauch umgelegt, wären das 0,004 Cent/kWh, also 12 Euro pro Haushalt und Jahr. Diese Größenordnung zeige, dass das Thema Kosten gegenüber berechtigte Interessen von Bürgerinnen und Bürger zu vernachlässigen ist.

„Die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt, wenn bei einem so bedeutenden Eingriff in das Landschaftsbild auf die Interessen der Anwohner eingegangen wird“, ergänzt Gremmels. Über den Stand der Technik in Sachen Erdverkabelung hat sich der Landtagsabgeordnete jüngst bei Fraport informiert. „Im Zuge des Ausbaus des Frankfurter Flughafens wurden mehrere Starkstromleitungen erfolgreich unter die Erde gebracht. Wenn höhere wirtschaftliche Interessen dahinter stehen, ist ein Erdkabel also auch technisch kein Problem. Das muss aber auch der Maßstab sein, wenn es ‚nur‘ um die Menschen in Nordhessen geht“, so die Forderung von Gremmels.

Gottschalck und Gremmels versprechen, sich im Rahmen des jetzt anlaufenden Raumordnungsverfahrens für Erdverkabelung in Nähe von bewohnten Gebieten einzusetzen.