„Das System Koch bröckelt“

Die Gründe für Roland Kochs angekündigten politischen Rückzug sind offenkundig: Seine eigenen Leute tanzen ihm auf der Nase herum. Das System Koch bröckelt, die Geschlossenheit und der Rückhalt – Markenkern der hessischen CDU – gehen ihm verloren. Die rechtspopulistischen Tiraden des Hans-Jürgen Irmers im Landtag, die fehlenden vier Stimmen bei der Wahl zum Ministerpräsidenten und der offensichtlich misslungene Versuch Silke Lautenschläger zur Nachfolgerin aufzubauen, bezeugen Kochs Abstieg.

Die Chancen zur Ablösung von Schwarz-Gelb bei der nächsten Landtagswahl steigen mit Kochs Abgang, da der mutmaßliche Nachfolger Volker Bouffier nicht für eine Erneuerung der hessischen CDU, sondern für eine Fortsetzung von Roland Kochs spaltenden Politikstil und seiner sozial ungerechten Politikinhalte steht. Mit Voker Bouffier würde das letzte Aufgebot des System Kochs Ministerpräsident werden.

Aus energie- und umweltpolitischer Perspektive bürgt die sich verändernde hessische Landregierung aber auch einen Funken Hoffnung. Der Abgang der beiden größten Atomlobbyisten der hessischen Landespolitik, Roland Koch und Silke Lautenschläger, böte eine Chance den Pro-Atom-Kurs der hessischen Landesregierung zu korrigieren. Dies wäre ein echter Neuanfang. Ich bezweifle aber, dass der Mut dazu reicht.