Timon Gremmels
Für Sie im Hessischen Landtag

Pressemitteilung:

12. April 2017
Demenzerkrankungen

Dr. Daniela Sommer und Timon Gremmels (SPD): Bessere Versorgung von Demenzerkrankten in Krankenhäusern notwendig

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, und der Landtagsabgeordnete Timon Gremmels setzen sich aufgrund der steigenden Anzahl von Menschen mit Demenz in Krankenhäusern für ein demenzsensibles Versorgungssystem ein. „In der Regel sind Krankenhäuser der Akut- und Notfallversorgung nicht auf die Versorgung von demenziellen Patientinnen und Patienten vorbereitet. Für die Betroffenen bedeutet die Aufnahme einen Wechsel in eine fremde Umgebung mit fremden Menschen und ungewohnten Tagesstrukturen. Das hohe Tempo in der Pflege kann ihre Ängste und Unsicherheiten verstärken. Das Krankenhauspersonal kann wiederum bei der Versorgung von Demenzerkrankten zusätzlichen Belastungen und Herausforderungen ausgesetzt sein. Es ist daher wichtig, Unterstützungsprogramme zu etablieren, um alle Beteiligten zu entlasten. Wir fordern die Landesregierung auf in diesem Bereich Einsatz zu zeigen!“, sagten Sommer und Gremmels unisono am Mittwoch in Wiesbaden.

Gesundheitsminister Grüttner verweise in der Beantwortung einer Kleinen Anfrage der SPD (Drucksache 19/4329) zum diesem Thema auf die Förderung von regionalen Gesundheitsnetzen, im Rahmen dessen auch die sektorenübergreifende Hilfe für demenzielle Patientinnen und Patienten Berücksichtigung findet. Zwei Krankenhäuser in Darmstadt und Frankfurt haben sich dabei zum Ziel gesetzt, den Bedarf und die Bedingungen für eine sektorenübergreifende Hilfe für Demenzerkrankte zu erfassen und ein differenziertes, praktisch umsetzbares und in andere Regionen übertragbares Konzept zu entwickeln.

In einer mündlichen Frage des Abgeordneten Gremmels wird darüber hinaus das Capio Mathilden-Hospital in Büdingen als bisher einziges ausgewiesenes „demenzsensibles Krankenhaus“ genannt.

„Solche Ansätze sind ein Schritt in die richtige Richtung und müssen weiter von dem zuständigen Ministerium vorangetrieben werden. Die Landesregierung könnte sich darüber hinaus für die Abbildung des erhöhten Pflegebedarfs von demenzerkrankten Patientinnen und Patienten entweder im DRG-System, dem Klassifikationssystem für ein pauschaliertes Abrechnungsverfahren in Krankenhäusern, oder über ausdifferenzierte Zusatzentgelte einsetzen“, sagte Sommer. So zeigen Ergebnisse eines von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen geförderten Projekts auf, dass eine demenzsensible Versorgung im Krankenhaus den Behandlungserfolg sowie die Zufriedenheit von Demenzerkrankten und des Krankenhauspersonals steigern kann.

„Auch für Hessen wünschen wir uns einen verstärkten Einsatz der Landesregierung, um entsprechende Strukturen flächendeckend zu etablieren und bereits vorhandene Ansätze demenzsensibler Krankenhäuser weiter auszubauen“, bekräftigten die beiden Abgeordneten.

Timon Gremmels

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